Poppy

Labrador,* 12/2013, Hündin, wächst noch



Poppys Hundeleben hatte kaum begonnen, da war es auch schon wieder vorbei - wie leider oft üblich, wurde sie total unüberlegt und lediglich einem Kinderwunsch folgend als Weihnachtsgeschenk mit einer schönen roten Schleife unter den Weihnachtsbaum gesetzt . Hier hat sich wohl jemand von einer gewissen Klopapier-Reklame inspirieren lassen und dabei nicht bedacht, dass das kleine tapsige Wollknäuel noch viele Monate lang täglich wächst, die Pfützchen, die es hinterlässt, immer größer werden, die Lieblingssandalen angekaut und die Matschpfoten möglicherweise auf dem Sofa abgewischt werden. Niemand wollte für dieses "Geschenk" die Verantwortung übernehmen, und so wurde Poppy nach ein paar Wochen einfach ausgesetzt.
Poppy, die überhaupt nicht verstanden hatte, was der ganze Zirkus eigentlich sollte, ging freundlich schwanzwedelnd auf alle die Menschen zu, die sie auf der Straße traf - Bekannte waren nicht dabei. Dennoch hatte sie Glück: Es fiel auf, dass sie ohne Frauchen/Herrchen herumstromerte und niemand nach ihr suchte oder sie vermisste.
So gelangte sie in eine große Tierauffangstation, wo sie sich als erstes den Bauch vollschlug, sich dann hinsetzte und die Tierheimmitarbeiter mit schief gelegtem Kopf fragend ansah - völlig zufrieden mit sich und ihrer kleinen Welt.
Dennoch soll dies Leben nur eine Momentaufnahme in Poppys Werdegang sein. Es ist für keinen Hund schön, wenn er seine Tage in einer großen Tierauffangstation verbringen muss, für Welpen ist es eine Qual. Sie sollen laufen, raufen, buddeln, mit Artgenossen toben, dabei ihre Muskulatur entwickeln und kräftigen - alles das ist jetzt für Poppy nicht drin. Deshalb wollen, ja müssen wir sie aus diesem tristen Dasein erlösen - wer hat Lust, für dieses liebenswerte Fellknäuel der große Guru zu sein, der sein Leben mit ihr teilt und alles nahebringt, was ein Hund bei uns so wissen und können muss?