Gretel

Mischling,* 20-06-2009, Hündin, 35-40 cm

  

  

  

Diese kleine Familie lebte auf der Insel Malta und hatte kein Zuhause. Mama Gretel ist eine junge und sehr stolze Mama, sie beschützte ihre drei Mädchen Joy, Field, Linda und den Rüden Rambo mit allen ihren Möglichkeiten. Sie hatte es sehr schwer dort, denn sie lebten alle fünf auf dem Lande, wo Hundenachwuchs zwar unerwünscht ist, man sich aber nicht gerade tiergerecht verhält. Irgendeine Bestie Mensch ging auf die kleine Familie mit einem Gewehr los und wollte ihnen allen eine ordentliche Ladung Schrot verpassen. Die tapfere Mama Gretel stellte sich schützend vor ihre Kinder und fing die meisten Kugeln mit ihrem eigenen Körper ab. Die Kleinen versteckten sich völlig verstört, was den schie´ßwütigen Person noch wütender machte - er feuerte alle seine Patronen auf Gretel ab, um ihr wenigstens den Rest zu geben.

Wie durch ein Wunder überlebte sie diese Tortur und wurde zusammen mit den vier Welpen dank einer tierlieben Engländerin gerettet. Die Tierschützer vor Ort dachten nicht an so viel Böses; sie vermuteten, dass jemand Gretel ein Insektengift in die Augen gesprüht hätte o.ä., schlimm genug, weil diese liebe Hündin immerzu die Augen fest zugekniffen hatte, und die Augen tränten. Da man ihnen allen aber auf Malta nicht helfen konnte, wurde erst Gretel schnellstmöglich zur tierärztlichen Versorgung nach Deutschland geschickt und eine Woche später alle vier Welpen hinterher.

In Deutschland stellte sich dann heraus, dass Gretel unzählige Schrotkugeln in ihrem Kopf und in ihrem Körper hatte, etliche davon auch in den Augen. Im Zuge einer sofort angesetzten Not_OP wurden ihr die Projektile aus den Augen entfernt, um ihr wenigstens das Augenlicht zu retten. Dank dieser Maßnahme, Augentropfen und Salbe konnte sie bereits kurz nach der OP ihre wunderschönen Augen öffnen und ihre Umwelt wieder wahrnehmen. Vielen Dank an ihre Patin, die ihr die Augen-OP spontan finanziert hat.

Gretel ist nun in einer Pflegefamilie. Dort zeigt sie sich verträglich mit allen anderen Hunden. Menschen ggü. ist sie sehr devot bis ängstlich gewesen, entwickelt aber von Tag zu Tag mehr Vertrauen und Selbstbewußtsein. Das Leben in einem Haus kennt sie nicht, aber sie lernt schnell und war von Anfang an sauber. Sie geht gerne in den Garten, liegt dort in der Sonne und erholt sich allmählich. Leider sind viel zu viele Schrotkugeln in ihrem Körper, die wir nicht entfernen können, so dass wir möglicherweise mit einer Bleivergiftung dieser tapferen Hündin rechnen müssen. Das ist so grausam.

Alle fünf Hunde sind liebenswerte, verschmuste, sehr verkuschelte und freundliche Zeitgenossen. Jedes von ihnen ist eine Schmusebacke, und wenn ein Mensch sie beachtet, dann wedelt die Freude durch den ganzen Körper, da wackelt der ganze kleine Hund und man kann nicht anders - man muss sie einfach lieb haben.