Freddie Fenech
AAA - Association for Abandoned Animals
Freddie Fenech, ein inzwischen bereits 75-jähriger Engländer, engagiert sich seit Jahren in vorbildlicher Weise für die armen streunenden Hunde auf Malta. Hier wird kein Hund abgewiesen - sei er am Tor festgebunden, in einem Karton davor hingestellt, unter fadenscheinigen Gründen abgegeben oder streunend irgendwo auf den Straßen Maltas aufgelesen.
Mr. Fenech gründete die Organisation zum Schutz ausgesetzter Tiere bereits 1979 und setzt seitdem seine ganze Kraft und sein ganzes Geld für das Wohl der armen Streuner ohne Lobby ein. Sein "Arbeitstag" beginnt stets morgens ganz früh, 365 Tage im Jahr, wenn er alle Hotels "abklappert", um dort nach Essen für die Tiere zu betteln. Danach kümmert er sich um die Hunde in der Auffangstation. Er säubert die Räume und Ausläufe, er füttert seine Tiere, er versorgt sie medizinisch, wenn erforderlich, er spielt mit ihnen, so gut es seine Zeit erlaubt, danach sammelt er die nächsten Streuner ein und bringt sie unter. Bei Freddie wird jeder Hund wenigstens aufgenommen, damit er nicht länger den Gefahren einer Existenz auf der Straße ausgesetzt ist.
Die gesamte Organisation beruht auf freiwilliger, ehrenamtlicher Basis durch Freddie und einige wenige (z.T. wechselnde) freiwillige Helfer. Es gibt für diese Auffangstation keine staatlichen Zuschüsse, so dass sämtliche Kosten weitgehend privat getragen und durch die vermittelten Hunde etwas gelindert werden. Sach- und vor allem Geldspenden sowie kostenlose Kastrationsaktionen ermöglichen eine bessere Versorgung der einzelnen Tiere und verhindern deren weitere Vermehrung. Wer sich weiter sachkundig machen möchte, möge sich den Bericht des WDR ansehen: "Tiere suchen ein Zuhause", Archiv aus 01/2008.
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Sie befinden sich hier: WDR.de WDR Fernsehen Ratgeber Servicezeit :Tiere suchen ein Zuhause Sendung vom 27. Januar 2008 Malta: Tierschützer Freddie Fenech
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Malta: Tierschützer Freddie Fenech
Sonntag, 27. Januar 2008, 18.15 - 19.10 Uhr . Als wir vor etwas mehr als einem Jahr das Tierheim von Freddie Fenech und seiner Organisation, der „Association for Abandoned Animals“ (AAA), besuchten, waren wir über das, was wir vorfanden, entsetzt: eine unüberschaubare Menge Hunde befand sich eingepfercht in alten, vergammelten Ausläufen. Das größte Gehege war ganz ohne Dach, die Tiere schutzlos Sonne und Regen ausgesetzt, viele krank und ausgemergelt, manche mit nicht behandelten Verletzungen. Aber Freddie Fenech engagierte sich im Rahmen seiner Möglichkeiten für jedes Tier.
Tierauffangstationen dieser Art – und noch deutlich schlechtere – gibt es in Süd- und Osteuropa viele. Das ist aber nicht zwingend ein Hinweis auf eine verantwortungslose Haltung. Ohne staatliche Unterstützung, ohne Spenden können sich die Tierschützer einfach oft nicht mehr leisten, als zunächst einmal das Leben herrenloser Hunde oder Katzen zu retten.
So auch bei der „Association for Abandoned Animals“: Es war einfach kein Geld da, um die Tiere regelmäßig zum Arzt zu bringen, sie kastrieren zu lassen oder die rostigen und verbogenen Gitter zu ersetzten, damit sich die Hunde nicht mehr daran verletzen.
Treibende Kraft bei der AAA: Freddie Fenech
Eine engagierte Gruppe von Tierfreunden kümmert sich liebevoll um die Vierbeiner und versucht, trotz der widrigen Umstände, so gut es geht für die Schützlinge zu sorgen. Treibende Kraft ist aber Freddie Fenech: Der pensionierte Polizeioffizier gründete sein erstes Tierheim 1979. Seither setzt er sich unermüdlich für Maltas Streuner ein.
Freddie Fenech ist überzeugt, dass es den Tieren in seinem Hundeasyl immer noch besser ergeht als auf der Straße, wo sie Hunger und Durst ausgesetzt sind, angefahren, vergiftet oder geprügelt werden. Er geht mit seinem Anliegen an die Öffentlichkeit. Wortgewaltig wettert er gegen die verantwortungslose Tierhaltung vieler Landsleute, gegen Jäger, gegen Hundekämpfe und schließlich gegen Politiker, von denen er Hilfe für Maltas Straßentiere fordert.
Spendenhilfe durch Zuschauer
Unser erster Bericht im Januar 2007 in der Servicezeit: Tiere suchen ein Zuhause über die Arbeit von Freddie Fenech und den Mitarbeitern der Organisation hat einen starken Eindruck bei den Zuschauern hinterlassen. Viele waren angerührt und halfen spontan mit Spenden – und das AAA-Team war freudig überrascht über den großen Zuspruch.
Es gingen so viele Spenden ein, dass die Tierschützer zunächst einmal die offenen Rechnungen bei den örtlichen Tierärzten begleichen konnten. Dann zahlten sie noch einen kleinen Transporter an, den sie dringend brauchen, um angefahrene oder kranke Hunde von der Straße zu holen und zum Arzt zu bringen. Der alte Wagen war endgültig zusammengebrochen. Und schließlich machten sie sich daran, das Tierheim umzubauen.
Noch mehr Hilfe: Ein Ärzteteam vom Europäischen Tier- und Naturschutz e.V.
Zu den Spendengeldern und der Unterstützung von „Tierhilfe Süden“ kam noch eine weitere unerwartete Hilfe aus Deutschland: Der „ ETN (ETN) schickte ein Ärzteteam, dass vornehmlich möglichst viele Hunde kastrieren sollte. Außerdem nahmen sie Blutproben, um zu testen, welche Hunde mit den sogenannten Mittelmeerkrankheiten infiziert sind. Weil die betroffenen Hunde – insbesondere bei Leishmaniose – oft über Jahre keine Symptome zeigen, aber trotzdem behandelt werden müssen, sind die Bluttests extrem wichtig.
Freddie Fenech fehlte hierzu bisher aber das Geld.
Schließlich suchten die Ärzte 50 Hunde aus, die der ETN übernahm und deren Transport nach Deutschland der Verein organisierte. Damit wurde es erst einmal deutlich leerer im Tierheim auf Malta.
Ein Jahr später
Rund ein Jahr nach dem ersten Besuch ist das WDR -Team noch einmal zu Freddie gereist und stellt fest: Die Lebensbedingungen für die Hunde im Tierheim haben sich deutlich verbessert. Die Hilfe ist wirklich angekommen, denn die wenigen Gehege mit zu vielen Hunden sind verschwunden. Statt hektisch herumlaufender und wie verrückt bellender 40 und mehr Tiere pro Auslauf, findet man nun Gruppen in kleineren Zwingern. Die teils aufgerissenen und überall schlecht geflickten Gitter sind gegen neue ausgetauscht worden. Stabile Dächer schützen jetzt alle Hunde. Ein Mauerdurchbruch und ein kleiner geschützter Auslauf davor versorgen die früher dunklen Innenzwinger mit Licht und Luft. Die Hunde sind nun viel ruhiger und friedlicher. Ein weiterer Grund dafür ist aber auch, dass fast alle Hunde kastriert wurden. Die früher häufigen Rangeleien und Beißereien, die zu ständigem Stress und Verletzungen führten, sind ganz selten geworden. Fließendes Wasser und Strom gibt es aber immer noch nicht. Das wäre einfach zu kostspielig.
Jetzt ist auch die Arbeit der freiwilligen Helfer nicht mehr so nervenaufreibend. Freddie behandelt das Team mit viel Respekt. Er schätzt seine Mitarbeiter für ihren täglichen zuverlässigen Einsatz und bemüht sich, alle bei Laune zu halten, lässt keine Gelegenheit aus, sie zu loben.
Zukunftssorgen
Inzwischen sind nur noch rund 100 Tiere im Asyl. Mehr kann es eigentlich auch nicht aufnehmen. Vor einem Jahr war es hier noch doppelt so voll. Aber die Notfälle gehen nicht aus auf Malta. Nimmt Freddie wieder zu viele Hunde auf, ist die sehr bescheidene Lebensqualität, die im Tierheim erreicht wurde, schnell in Gefahr. Die Helfer erwarten deshalb von Freddie, nicht jeden Hund aufzunehmen.
Aber auch wenn er weiß, dass sein Tierheim für mehr als 100 Hunde einfach zu klein ist, besteht er darauf, jedem Notfall zu helfen. Einen verletzten, einen kranken Hund liegen oder womöglich sterben zu lassen, ein Tier abzuweisen oder einzuschläfern, um Platz oder Geld zu sparen – alles das kommt für ihn nicht infrage. Er würde dann eher alle rauswerfen und alleine weitermachen, so Freddie Fenech.
Um die laufenden Kosten aufzubringen, müssen Freddie und sein Team täglich kämpfen. Der regelmäßige Betrag von „Tierhilfe Süden“ hilft, reicht aber bei Weitem nicht aus. Gelegentlich bekommt das Tierheim Spenden von gut situierten – meist englischen – Tierfreunden auf Malta.
Weitere Einnahmequellen
Freddie hat einen kleinen Laden gemietet, in dem der Verkauf von gespendetem Krimskrams einen bescheidenen Erlös bringt. Alle Helfer geben außerdem eigenes Geld dazu.
Die aufwendige Zusage, die der zuständige Umweltminister George Pullicino 2006 in einem Interview gab, innerhalb des nächsten Monats mit dem Bau einer Tierklinik und einem echten Heim für Tiere zu beginnen, blieb ein reines Lippenbekenntnis. Nichts ist seither seitens der Regierung für die Streuner auf Malta geschehen.
Nach einem langen Tag, der morgens um 5.00 Uhr mit der Fütterung wilder Katzen beginnt, steht Freddie mehrmals in der Woche bis um Mitternacht vor einem beliebten Lokal, solange die Abende warm sind. In einem Korb liegen zwei liebevoll zugedeckte Welpen, auf einem Tisch stehen eine Sammelbüchse und Prospekte über die Organisation. Der inzwischen 70 Jahre alte Freddie wird zum Bettler für die Tiere. Mit der stets gleichen Freundlichkeit beantwortet er Fragen von Passanten. Und er versucht, neue Besitzer für seine Welpen zu finden.
Autor: Cornelia Baumsteiger
LinksMalta – der Tierschützer Freddie Fenech. (Servicezeit: Tiere suchen ein Zuhause vom 14. Januar 2007)
Association for Abandoned Animals. Hopscotch Tierhilfe e.V.
Stand: 29.01.2008
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Malta: Tierschützer Freddie Fenech
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PDF-Datei zur Sendung vom 27. Januar 2008 (121 KB, nur Text)
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